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Leistungsbericht 2017

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2017 haben die Mitarbeitenden des Fachverbands Sucht auf verschiedenen Ebenen viel Zeit und Energie investiert. Das Ziel, das sie dabei stets vor Augen hatten: die Rahmenbedingungen für die Suchtprävention und Suchthilfe zu verbessern.

Suchtpolitisch betrachtet könnten die beiden Jahre 2016 und 2017 kaum unterschiedlicher sein: 2016 war ein sehr ruhiges, ja fast langweiliges Jahr, befand sich doch ausser dem Geldspielgesetz kein politisches Geschäft in Vorbereitung oder im Parlament. Ganz anders das Jahr 2017: Im Hinblick auf die Regulierung des Schweizer Cannabismarktes rumorte es an allen Ecken und Enden. Dieses Rumoren, verschiedene alkoholpolitisch relevante Vorstösse, ein kontrovers diskutiertes Positionspapier des Fachverbands Sucht zu den E-Zigaretten und eine mehr als hitzige Diskussion zum Geldspielgesetz in National und Ständerat machten 2017 zu einem sehr lebendigen suchtpolitischen Jahr. Im Folgenden beleuchten wir die politischen Geschäfte, die den Fachverband Sucht 2017 beschäftigt haben, eingehender. Wir berichten zudem über die Dienstleistungen, die wir 2017 für unsere Mitglieder erbracht und darüber, welche Projekte wir neu gestartet, weitergeführt oder abgeschlossen haben. Ein Blick auf die Tätigkeiten von Vorstand, Fachgruppen und Regionalkonferenz Ost sowie in die Vernetzungsarbeit der Geschäftsstelle runden den Bericht ab.

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Cannabispolitik
2017 löste ein cannabispolitisch wichtiges Ereignis das nächste ab:

   [ 1 ] Den Anfang machte die Stadt resp. die Uni Bern, als sie im März beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein Gesuch zur Durchführung eines wissenschaftlichen Pilotprojekts zum regulierten Anbau, Verkauf und Konsum von Cannabis einreichte. Im November 2017 hat das BAG das Gesuch zwar negativ beantwortet, da die gesetzliche Grundlage für die Durchführung derartiger Projekte fehle. Damit eine solche Grundlage möglichst rasch zur Verfügung steht, hat es aber selber vorgeschlagen, im Betäubungsmittelgesetz einen «Experimentierartikel » zu schaffen, der Pilotprojekte dieser Art erlauben würde. Ein Vorschlag, den verschiedene Bundeshausfraktionen aufgenommen und entsprechende Vorstösse eingereicht haben.

   [ 2 ] Im Mai hat die Bundeshausfraktion der Grünen eine Parlamentarische Initiative eingereicht, welche die Schaffung eines Bundesgesetzes zur Hanfregulierung verlangt – mit der Begründung, dass die Schweizer Cannabispolitik der Realität nicht mehr gerecht werde: In der Schweiz dürfe Hanf weder angebaut, gehandelt noch konsumiert werden. Trotzdem hätten 31 Prozent der Schweizer Bevölkerung mindestens einmal im Leben Hanf konsumiert, und rund 300’000 Personen würden das trotz Verbot und Bestrafung sogar regelmässig tun. Die Parlamentarische Initiative wird voraussichtlich ab Sommer 2018 im Parlament behandelt.
    

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   [ 3 ] Der Verein Legalize it!, der bereits 2016 bekannt gegeben hatte, eine Volksinitiative zur Legalisierung von Cannabis zu lancieren, erarbeitete im Verlauf des Jahres 2017 ein Konzept zur Sammlung der notwendigen 100’000 Unterschriften und trug Spenden im Umfang von 100’000 Franken zur Finanzierung der Unterschriftensammlung zusammen. Legalize it! lanciert die Initiative voraussichtlich 2018.

   [ 4 ] Im Dezember 2017 haben die Fraktionen der Grünen, der SP und der FDP sowie Ständerat Roberto Zanetti schliesslich je eine gleichlautende Motion zur Schaffung des oben erwähnten Experimentierartikels als Grundlage für Studien zur regulierten Cannabis-Abgabe eingereicht. Die Motion wird voraussichtlich in der Frühlingsession im Ständerat diskutiert.

Parallel zu den politischen Diskussionen zur Neu-Regulierung des Cannabismarktes schlief auch die Wirtschaft nicht und landete mit dem legalen CBD-Hanf einen Coup: Ende 2016 auf den Markt gebracht, vervielfachte sich der Absatz von CBD-Hanf im Jahr 2017. Die Anzahl der Geschäfte ist ebenso gewachsen wie die Produktepalette. Derzeit gehen Schätzungen von mehr als 400 Geschäften aus, die CBD-Hanf verkaufen, und die einen Umsatz von rund 60 Mio. Franken generieren. Jüngste Meldungen lassen indessen vermuten, dass der erste Boom rund um den CBD-Hanf vorbei ist. Die Verkaufszahlen scheinen zurückzugehen, sodass mit einer Flurbereinigung in der Branche zu rechnen ist.




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Bei den meisten dieser Ereignisse hat der Fachverband Sucht in der einen oder anderen Form im Hintergrund gewirkt: Er hat verbandsintern einen Meinungsbildungsprozess zur Neu-Regulierung des Cannabismarktes geführt, der zur Verabschiedung und Publikation des gleichlautenden Positionspapiers geführt hat. Damit verfügt er nun über eine solide Basis, um Vorhaben wie jenes von Stadt und Uni Bern oder der Grünen Fraktion öffentlich zu unterstützen und im politischen Prozess begleiten zu können. Er hat zudem die Schaffung einer Austauschplattform für alle politischen und zivilgesellschaftlichen Akteure angeregt, die sich aktiv für die Neu-Regulierung des Cannabismarktes einsetzen. Die Austauschplattform ist inzwischen aktiv, wird von der Nationalen Arbeitsgemeinschaft Suchtpolitik betrieben und von den beteiligten Akteuren sehr geschätzt. Ferner hat der Fachverband einen Beitrag dazu geleistet, dass mehr als die Hälfte aller Parlamentarierinnen und Parlamentarier die Motionen zur Schaffung des Experimentierartikels unterzeichnet haben. Und mit der Erarbeitung von Grundlagedokumenten – zum Beispiel zum Umgang mit CBD-Hanf – hat er seine Mitglieder bei ihrer täglichen Arbeit mit ihren Klientinnen und Klienten unterstützt.

Und nicht zuletzt liess der Fachverband Sucht im Juli 2017 eine kleine Bombe platzen: Er veröffentlichte eine Bevölkerungsbefragung zur Aufhebung des Cannabisverbots, die das Institut gfs Zürich in seinem Auftrag durchgeführt hat. Die Befragung hat ergeben, dass bis zu zwei Drittel der Bevölkerung eine Aufhebung des Verbots zustimmen würden, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind. Dazu gehören etwa ein Verkaufsverbot an unter 18-Jährige oder ein Verbot von Cannabis im Strassenverkehr. Die überraschend positiven Resultate geben dem Fachverband Sucht und seinen Partnerorganisationen wichtige Argumente in die Hand bei der Überzeugung der Akteure, die der Neu-Regulierung des Cannabismarktes kritisch gegenüberstehen.

2017 ist also wieder Bewegung gekommen in die Frage nach dem Umgang mit Cannabis in der Gesellschaft. Sowohl auf der Ebene des Parlaments als auch der Städte und der Zivilgesellschaft – inklusive Fachverband Sucht. Der Blick in die politische Kristallkugel für 2018 verspricht weiterhin Bewegung und weist auf viele offene Fragen hin: Wird die Bevölkerung tatsächlich bereit sein, ein «Ja» zur Cannabisregulierung in die Urne zu legen? Würden sich Linke und Bürgerliche vom «Ob» abgesehen, einig werden über das «Wie» der Cannabisregulierung? Wird das Parlament letztlich tatsächlich einen «Experimentierartikel» schaffen, und sind die Städte oder andere Akteure noch zu Pilotprojekten bereit, wenn es ihn dann endlich gibt? Der Fachverband Sucht bleibt dran.

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Tabakpolitik
Gemeinsam mit seinen Schwesterverbänden, dem Groupement Romand d’Etudes des Addictions (GREA) und Ticino Addiction hat der Fachverband Sucht 2017 das Positionspapier «Verdampfen statt verbrennen. Positionspapier zu den E-Zigaretten und Vaporisatoren» veröffentlicht. Dabei war es das Ziel der drei Verbände, die Diskussion zur Schadenminderung im Tabakbereich zu lancieren und Vorschläge zur Regulierung der E-Zigaretten zur Debatte zu stellen. Denn sie sind der Meinung, dass die bisherige abstinenzorientierte Tabakpolitik nicht bei allen Tabakabhängigen greift, ebenso wie die abstinenzorientierte Drogenpolitik nicht bei allen Drogenabhängigen greift. Für die 30% der Raucherinnen und Raucher, die gerne mit dem Rauchen aufhören möchten, dies aber nicht schaffen, braucht es aus ihrer Sicht schadenmindernde Konsumalternativen.

Während das Papier bei den Sucht-Fachorganisationen mehrheitlich auf äusserst positive Resonanz gestossen ist, haben die Organisationen der Tabakprävention zum Teil scharfe Kritik geäussert. Die Debatte rund um die Schadenminderung im Tabakbereich hat offensichtlich Fahrt aufgenommen, und der Fachverband Sucht freut sich auf die kommenden Diskussionen dazu. Diese werden 2018 sicherlich stattfinden, ist doch die Regulierung der E-Zigaretten Gegenstand des überarbeiteten Entwurfs zum Tabakproduktegesetz, der Ende 2017 in Vernehmlassung ging.

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Alkoholpolitik
Drei alkoholpolitische Vorlagen haben den Fachverband Sucht 2017 beschäftigt:

   [ 1 ] Der Entwurf zur revidierten Ordnungsbussenverordnung (OBV), die in Zukunft die Sanktion für den widerrechtlichen Verkauf von Alkohol an unter 16- resp. unter 18-Jährige regelt. Der Fachverband Sucht hat mit einem differenzierten Argumentarium Stellung genommen zum Entwurf. Der definitive Wortlaut der Verordnung liegt noch nicht vor.

   [ 2 ] Entschieden gewehrt hat sich der Fachverband Sucht gegen die Motion «Für gleich lange Spiesse». Diese hatte verlangt hat, dass das Verbot zum Verkauf von Alkohol an Autobahnraststätten aufgehoben wird. Leider ist es dem Fachverband nicht gelungen, den National- und Ständerat für seine Position zu gewinnen: Das Verbot wird aufgehoben.

   [ 3 ] Im September 2017 hat SVP-Nationalrat Claudio Zanetti eine Parlamentarische Initiative zur Aufhebung der Biersteuer eingereicht. Der Fachverband Sucht hat erste Überlegungen gemacht, wie er dieser Forderung strategisch begegnet. Da das Geschäft auf absehbare Zeit im Nationalrat nicht traktandiert ist, hat er aber noch nicht offiziell Stellung genommen dazu.

Nach der gescheiterten Totalrevision des Alkoholgesetzes und der Abschwächung der alkoholpräventiven Massnahmen im Strassensicherheitspaket «Via Sicura» sind die Parlamentarische Initiative zur Abschaffung der Biersteuer und die Motion «Für gleich lange Spiesse» aus Sicht des Fachverbands Sucht ein weiterer Schritt zur Deregulierung des Alkoholmarktes zulasten der Prävention. Der Fachverband Sucht beobachtet dieses Entwicklung aufmerksam und mit Sorge.


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Information
2017 hat der Fachverband Sucht seinen Auftritt neu konzipiert und ist am 10. Mai 2017 mit einem neuen Corporate Design und einer neu gestalteten Website an die Öffentlichkeit getreten. Die Website richtet sich primär an Sucht-Fachpersonen, Medienschaffende und Politikerinnen und Politiker. Entsprechend bietet sie den Nutzerinnen und Nutzern neben Auskünften über den Verband eine Fülle von Informationen zu den Fachthemen, welche die Geschäftsstelle aktuell bearbeitet, sowie regelmässig aktualisierte, umfassende Dossiers zu den aktuellen suchtpolitischen Themen. Mit der Lancierung seiner neuen Website hat der Fachverband Sucht seine Informations- und Kommunikationsleistung erheblich ausgebaut und verbessert. 2017 hat der Fachverband Sucht zudem vier Ausgaben des «Suchtspiegels», seines Newsletters und Vereinsorgans publiziert. Der Suchtspiegel versorgt Verbandsmitglieder und Interessierte über aktuelle Informationen aus Verband, Suchtpolitik und Suchtforschung und weist auf die Fortbildungsangebote und Fachveranstaltungen des Fachverbands Sucht hin. Auf seiner Facebook-Seite und über Twitter hält er seine Likers und Followers auch 2017 mit hoher Frequenz über Neuigkeiten aus seinem Aufgabenbereich auf dem Laufenden.

2018 hat der Fachverband Sucht vor, eine Social Media-Strategie zur Verbesserung seines Auftritts in den virtuellen sozialen Netzwerken zu erarbeiten und seine Medienarbeit zu systematisieren und zu verbessern.

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Grundlagen- und Positionspapiere
Gleich fünf Grundlagen- und Positionspapiere hat der Fachverband Sucht 2017 erarbeitet: Das Grundlagenpapier «CBD-Hanf – Orientierungshilfe für Fachpersonen der Suchtprävention und Suchtbehandlung» hat sich für die Mitglieder als sehr nützlich erwiesen und wird deshalb vierteljährlich aktualisiert. Die beiden Grundlagenpapiere «Empfehlungen zur Optimierung der Unterstützung von Angehörigen suchtkranker Menschen» und «Empfehlungen zur Optimierung der Versorgung alternder abhängiger Frauen und Männer» sind von den Sucht-Fachorganisationen ebenfalls sehr gut aufgenommen worden. Der Fachverband Sucht wird in den kommenden Jahren einige dieser Empfehlungen – zum Teil in Kooperation mit Partnerorganisationen – umsetzen. Während das Positionspapier zur Neu-Regulierung des Cannabismarktes vor allem die Aufgabe hatte, die bestehenden Meinungen der Sucht-Fachorganisationen zusammenzufassen und wiederzugeben, ging es dem Fachverband Sucht mit seinem Papier «Verdampfen statt verbrennen. Positionspapier zu den E-Zigaretten und Vaporisatoren» vor allem darum, die Meinungsbildung inner- und ausserhalb des Verbands zur Politik der E-Zigaretten zu fördern. Was ihm durchaus gelungen ist: Das Papier, das er in Zusammenarbeit mit GREA und Ticino Addiction erarbeitet hatte, hat zu regen Diskussionen geführt.

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Fortbildungen und Veranstaltungen
2017 führte der Fachverband Sucht 15 Fortbildungskurse für Sucht-Fachpersonen und Fachpersonen der Regelversorgung durch. Und er organisierte 14 Diskussions- und Fachveranstaltungen, beispielsweise die Soirée «Industrie & Prävention: Kooperation oder unheilige Allianz?», den Fachgruppentag «Vorwärts in die Zukunft: Suchtarbeit neu denken!», die Fachtagung «Alternd, abhängig und trotzdem gut versorgt – Modelle für die Versorgung älterer Frauen und Männer mit einer Abhängigkeitserkrankung » oder den Präventionstag «Zwischen Medienkompetenz und Onlinesucht – Die Suchtprävention positioniert sich». Zudem hat der Fachverband Sucht erstmals eine Bildungsreise durchgeführt. Mit acht Teilnehmenden ist er nach Holland gereist und hat in Amsterdam, Rotterdam und Utrecht ganz unterschiedliche Organisationen der Suchthilfe und Suchtforschung besucht. Die Reise hat den Teilnehmenden einen eindrücklichen und fruchtbaren Austausch mit den Niederländischen Kolleginnen und Kollegen ermöglicht. Aufgrund der positiven Rückmeldungen beider Seiten ist es denkbar, dass es nicht bei dieser einen Reise bleibt.

Das Fortbildungs- und Veranstaltungsangebot, das der Fachverband Sucht seit 2010 kontinuierlich ausbaut, erfreut sich bei den Sucht-Fachpersonen grosser Beliebtheit. 2017 haben knapp 1’000 Personen an Kursen und Fachtagungen des Fachverbands teilgenommen. Das ist kein Zufall: Der Fachverband priorisiert dieses Angebot sehr hoch, betreibt aktives Qualitätsmanagement und setzt alles daran, mit den Kursen und Veranstaltungen stets am Puls der Zeit und nah an den Bedürfnissen der Fachpersonen zu sein. So wartet er auch 2018 mit interessanten Angebot auf.

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Gleich vier Projekte hat der Fachverband Sucht 2017 erfolgreich abgeschlossen:

   [ 1 ] Das Projekt «Häusliche Gewalt und Sucht», das die Fortbildung und Vernetzung von Fachpersonen zum Ziel hatte, die in den Fachbereichen der Sucht-, der Gewalt sowie in der Opferberatung tätig sind. Mit dem Abschluss dieses Projekts schliesst der Fachverband sein Engagement zu diesem Thema vorerst ab. In den letzten Jahren hat er mit verschiedenen Projekten einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Sensibilisierung und das Wissen zum Thema «Häusliche Gewalt und Sucht» in diesen drei Fachbereichen zugenommen und die bereichsübergreifende Vernetzung und Zusammenarbeit an Stärke gewonnen hat. Mehr gibt es für den Verband im Moment nicht zu tun auf diesem Gebiet. Sein Wissen und seine Kontakte stellt er Interessierten aber weiterhin gerne zur Verfügung.

   [ 2 ] Auch die Arbeiten zur Nationalen Alkoholpräventionskampagne «Wie viel ist zu viel?» des BAG und zur Dialogwoche Alkohol – beides wurde 2017 letztmals durchgeführt – hat der Fachverband Sucht vorerst eingestellt. Derzeit prüft er aber gemeinsam mit den Deutschschweizer Kantonen die Durchführung einer Kampagne und/oder einer Dialogwoche in reduziertem Rahmen und ohne resp. unter geringer Beteiligung des BAG. Der Fachverband Sucht würde sich für die Koordination der Aktivitäten zur Verfügung stellen und einen Teil der bisherigen Aufgaben des BAG übernehmen.     

   [ 3 ] Im Projekt «Angehörige für Suchtkranke Menschen» hat der Fachverband Sucht Empfehlungen dazu erarbeitet, wie Angehörige suchtkranker Menschen bei der Bewältigung ihrer belastenden Situation besser unterstützt werden können. Das Projekt selbst ist zwar abgeschlossen, das Thema verfolgt der Fachverband Sucht aber weiter. Er hat vor, 2018 – teilweise in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen – einen Teil dieser Empfehlungen umzusetzen. Dasselbe gilt für das Projekt zur «Optimierung der Versorgung alternder abhängiger Frauen und Männer», in dessen Verlauf der Fachverband Sucht eine Problemanalyse vorgenommen und Empfehlungen erarbeitet hat. Das Thema bleibt für den Fachverband Sucht auch nach Projektabschluss sehr wichtig. Ab 2018 nimmt er sich der Umsetzung einiger seiner Empfehlungen an.

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Zwei neue Themen hat der Fachverband Sucht 2017 aufgenommen: die Schadenminderung in Kontakt- und Anlaufstellen (K+A) und den Konsum geflüchteter Menschen. Zur Schadenminderung in K+A führt er gemeinsam mit Infodrog und unter Beteiligung des Kantons Basel-Stadt und der Stadt Zürich ein Pilotprojekt zum Drug Checking in K+A durch. Das Pilotprojekt zeigt, ob das Angebot des Drug Checkings von den KlientInnen angenommen wird, und falls ja, ob sie dadurch ihr Konsumverhalten im Sinne der Schadenminderung ändern würden. Um die Situation konsumierender Asylsuchender besser zu verstehen und die Akteure im Asylwesen in Zukunft besser im Umgang damit unterstützen zu können, hat der der Fachverband Sucht im Dezember 2017 ein Austauschtreffen zwischen Vertreterinnen und Vertretern des Asylwesens und Suchtpräventions- und -beratungsstellen organisiert. Die Nachfrage nach dem Treffen war so gross, dass der Fachverband es 2018 wiederholt und ein weiterführendes Projekt konzipiert.

Die Arbeiten zu den Projekten «Früherkennung und Frühintervention», «ExpertInnengruppe Onlinesucht in der Schweiz», «Alkoholpolitisches Kommunikationsmanagement» zur Unterstützung der Kantone bei der Weiterentwicklung ihrer Alkoholpolitiken sowie die Organisation der Veranstaltungen «KAP» und «Kap Plus» führte der Fachverband Sucht 2017 weiter.

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Vorstand
Die Mitgliederversammlung (MV) vom 10. Mai hat Prof. Dr. Iwan Rickenbacher zum Präsidenten des Fachverbands Sucht gewählt und den bisherigen Präsidenten, Bruno Erni, verabschiedet. Bruno Erni hat den Fachverband Sucht seit dessen Gründung im Jahr 2003 bis im Mai 2017 präsidiert. Vorstand und Geschäftsstelle danken ihm an dieser Stelle nochmals herzlich für sein langjähriges Engagement und die umsichtige Führung des Verbands. Ferner bestätigte die MV die folgenden Vorstandsmitglieder in ihrem Amt: Françoise Vogel (Vize-Präsidentin), Katja Cangero (Kassierin), Thilo Beck, Roger Mäder, Barbara Mühlheim, Monika Ridinger und Eveline Winnewisser.

Der Vorstand hat sich 2017 zu sieben Sitzungen und einer zweitägigen Retraite getroffen. An der Retraite hat er den Stand der Strategieumsetzung überprüft. Er kam zum Schluss, dass die Strategieumsetzung grundsätzlich auf sehr gutem Weg ist und hat wo nötig Massnahmen zur Unterstützung der Strategieumsetzung definiert. Die Mitglieder des Fachverbands Sucht sind über die Resultate der Retraite informiert worden.

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Fachgruppen, Fachausschuss und Regionalkonferenz Ost
Die 16 Fachgruppen des Fachverbands Sucht trafen sich 2017 zu 56 Sitzungen. Darüber hinaus nahmen im März 2017 mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter der Fachgruppen am Fachgruppentag «Vorwärts in die Zukunft. Suchtarbeit neu denken» teil. Der Tag, der im Zeichen gesellschaftlicher Megatrends und deren Auswirkungen auf die Suchthilfe stand, führte zu äusserst angeregten Diskussionen und spannenden Resultaten. Die Geschäftsstelle nahm einige Anregungen aus den Diskussionen mit, die sie derzeit und in den kommenden Jahren weiterverfolgt. Der Fachausschuss, dem je ein/e Delegierte/r pro Fachgruppe angehört, traf sich 2017 zu vier Sitzungen, die Regionalkonferenz Ost zu zwei Austauschtreffen.

Geschäftsstelle

2017 gab es in der Geschäftsstelle drei personelle Veränderungen: Im Januar, März und August verliessen Mona Blöchlinger, Projektassistentin, sowie Helen Walker und Amanda Kiefer, beides Projektleiterinnen, den Fachverband Sucht. Wir danken ihnen ganz herzlich für die geleistete Arbeit! An ihrer Stelle durften wir Patricia Sager, Projektassistentin, und Senad Gafuri, Projektleiter, im Team begrüssen. Weiterhin für die Geschäftsstelle des Fachverbands Sucht tätig waren die Generalsekretärin, Petra Baumberger, die Stv. Generalsekretärin, Stefanie Knocks, der Verantwortliche für Fortbildungen und Veranstaltungen, Herbert Leodolter, sowie Charlotte Zysset, Verantwortliche für die Finanzen und die Administration.

Die fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle teilen sich 3.8 Vollzeitstellen. Geleitet vom Motto «Wir schauen dorthin, wo der Schuh drückt und machen nichts, was es nicht braucht» sind sie stets darauf bedacht, ihre Ressourcen so einzusetzen, dass den Mitgliedern ein möglichst grosser Mehrwert daraus entsteht.


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2017 führte der Fachverband Sucht die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Partnerverbänden GREA und Ticino Addiction weiter. Regelmässige Kontakte unterhielt er zudem zu Sucht Schweiz, zur Schweizerischen Gesellschaft für Suchtmedizin (SSAM), zu den beiden Konferenzen der Kantonalen und der Städtischen Beauftragten für Suchtfragen (KKBS und SKBS) sowie zur Vereinigung der Beauftragten für Gesundheitsförderung (VBGF), zum Bundesamt für Gesundheit (BAG), zur Eidg. Alkoholverwaltung (EAV) und zum Bundesamt für Strassen (ASTRA), zur Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) und zur Sozialdirektorenkonferenz (SODK), zum Schweizerischen Städteverband (SSV) und zur Schweizerischen Kriminalprävention (SKP) sowie zur Schweizerischen Koordinations- und Fachstelle Sucht, infodrog. Er hat Einsitz im Ausschuss der Nationalen Arbeitsgemeinschaft Suchtpolitik (NAS-CPA) und in der Koordinations- und Dienstleistungsplattform Sucht (KDS) und arbeitet in verschiedenen Arbeits- und Begleitgruppen verschiedener Akteure mit.

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Fachverband Sucht
Weberstrasse 10
8004 Zürich
Telefon 044 266 60 60
Fax 044 266 60 61
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www.fachverbandsucht.ch

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